Wednesday, 1. September 2010

Zwei Stunden „Nase“ sein

Beitrag von Kathrin Kränkl

 Durch Kosmetik transparent ist mir die Welt der Düfte nicht ganz fremd, und ich habe schon einiges zur Theorie gehört und gelesen. Mein heuriger Frankreichurlaub gab mir die Gelegenheit, auch die Praxis kennenzulernen und mich als „Nase“ zu versuchen.

Weltweit gibt es geschätzte 200 professionelle „Nasen“, besser bekannt als Parfumeure. Während der Durchschnittsmensch 10.000 Gerüche unterscheiden, aber höchstens die Hälfte davon richtig benennen kann, besitzen sie die Fähigkeit, selbst kleinste Nuancen differenzieren zu können.

Das Weltzentrum der Parfumkunst ist Grasse in Frankreich, etwa 46 Kilometer von Nizza entfernt im Department Alpes Maritimes. Dort bieten die bekannten Parfumfabriken Fragonard, Molinard und Galimard Workshops an, bei denen man selbst Parfums mischen kann.

Galimard hat dafür einen besonders netten Rahmen. Wie die Profis sitzen die Amateurnasen vor einer sogenannten „Orgel“, dem Arbeitstisch eines Parfumeurs, in dem in verschiedenen Etagen Glasfläschchen mit den unterschiedlichen Essenzen integriert sind.


Die "Orgel" eines Parfumeurs - Glasfläschchen in mehreren Reihen!

Unter Anleitung findet und wählt jeder Teilnehmer seine persönliche Kombination von Basis-, Herz- und Kopfnote seines Duftes und erfährt gleichzeitig allerlei Wissenswertes rund um die Parfumerzeugung. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, die unterschiedlichen Duftarten zu erschnuppern und sich Schritt für Schritt für die persönlichen Favoriten zu entscheiden.

Während dieser insgesamt zweistündigen konzentrierten Arbeitsphase dokumentiert jeder seine Wahl und mischt schließlich die Essenzen entsprechend zusammen. Zum Abschluss erhält man ein  Diplom und 100 ml seines Duftes, für den jeder Teilnehmer natürlich auch einen eigenen Namen erfunden hat.


Es macht Spass, sein eigenes Parfum zu mischen!
 
Die Zusammensetzungen werden in einer Datenbank gespeichert, sodass man seinen Duft jederzeit nachbestellen kann, nicht nur als Eau de Toilette, sondern auch als Parfum, Duschgel, Körpermilch oder für Männer auch als After Shave.

Absolut empfehlenswert – Voranmeldung notwendig!
Mehr Information - http://www.galimard.com/html/1sommaire.html

 

Wednesday, 14. July 2010

PrimaLeben

A schöne Leich!

Beitrag von Kathrin Kränkl

 21.30 Uhr, Börseplatz 1 in Wien. Ein schwarzer Fiaker biegt auf den unbeleuchteten Platz ein, lädt einen Sarg auf und entfernt sich begleitet von einer Mahler Symphonie und etwa 150 Menschen in Richtung Wipplingerstraße. Die Trauergemeinde begibt sich daraufhin in den Festsaal des k.k Post- und Telegrafenamts zum Leichenschmaus.

Sehr stilvoll, etwas gespenstisch und vor allem eigenartig, weil sich diese Szene im Juli fast jeden Abend wiederholen wird - genauso wie eine andere, ebenfalls dort, aber schon gegen 21 Uhr. Es ertönt ein Aufruf zur Abfahrt nach Palästina in einem uralten Lastwagen. Etwa 40 Menschen klettern auf die Laderampe und fahren kurz darauf eine Runde um den Häuserblock. Der Wagen erleidet auf halbem Weg eine Panne, raucht und stinkt, und so kommen die Reisenden nicht bis Palästina, sondern müssen sich durch den Hintereingang des Post- und Telegrafenamts in Sicherheit bringen.

Die Reisenden wollten natürlich gar nicht nach Palästina, sondern sind Zuschauer und zugleich Mitwirkende des interaktiven Theaterabends über das Lebens von Alma Mahler-Werfel. Ich habe dieses Stück nun schon zum dritten Mal gesehen und war wieder beeindruckt. Die Handlung mit vier Alma Mahlers spielt zeitgleich an drei bis vier Orten im Post- und Telegrafenamt. Die Zuschauer entscheiden, welchen Szenen sie folgen wollen, und so sieht jeder je nach Auswahl ein anderes Stück. Das Erlebnis ist schwer beschreibbar - am besten einfach hingehen und sich selbst ein Bild machen.

Die Karten erscheinen auf den ersten Blick mit 115 Euro teuer – es sind aber sämtliche Getränke und ein dreigängiges Menü, der besagte Leichenschmaus, inkludiert. Ich kann nur sagen – es zahlt sich aus. Schauen Sie sich dieses Spektakel an, selbst wenn Sie normalerweise kein Theaterfan sind. Das ist nämlich kein Theater, sondern bereits Kult!

Details und Karten unter www.alma-mahler.com

 

Tuesday, 1. June 2010

PrimaLeben

Windenergie bringt´s!

Beitrag von Kathrin Kränkl

Ich meide Hochschaubahnen und in Panoramaaufzügen konzentriere ich mich darauf, möglichst nicht nach unten zu schauen.
Ein klassischer Fall von Höhenangst.

Mitte Mai veranstaltete die W.E.B Windenergie einen Windkraftanlagen-Sicherheitstag mit einer Abseil-Übung - ein ideales Szenario für das Drehen eines Imagefilms, und so war ich dabei. Ich bewunderte jeden, der sich aus fast 80 Meter Höhe aus der Fallklappe herunterließ und war froh das nicht tun zu müssen. Die anwesenden Techniker überzeugten mich, dass ich trotzdem unbedingt mit dem kleinen Aufzug im Inneren hinauffahren sollte. Ich hätte nicht so bald wieder so eine Gelegenheit. Oben steckte mich die Begeisterung der W.E.B Mitarbeiter an. Einer nach dem anderen seilte sich ab und schwärmte vom tollen Gefühl, das man dabei angeblich hatte. Sollte ich vielleicht doch…? Neugierig warf ich einen Blick hinunter. „Na so richtig Höhenangst können Sie aber nicht haben, sonst würden Sie da nicht runterschauen“, meinte ein Techniker. Mein Mut fühlte sich sofort geschmeichelt und angesprochen. Als ich dann noch hörte, dass bisher noch keine Frau wieder mit dem Aufzug hinuntergefahren sei, siegte die Abenteuerlust. Wenig später baumelte ich zwischen Himmel und Erde und schwebte ganz langsam hinunter auf die grüne Wiese. Es war ein großartiges Erlebnis. Ich habe zwar keine Ahnung, wo meine Höhenangst geblieben ist, und ich weiß auch nicht, ob die Geschichte von den Frauen stimmt. Eines ist aber sicher - der W.E.B Slogan „Windenergie bringt´s!“ hat für mich eine persönliche Bedeutung bekommen.

Monday, 10. May 2010

PrimaLeben

Prima in Brüssel

Beitrag von Kathrin Kränkl

 Im April unternahm das Prima Team eine zweitägige Studienreise nach Brüssel, um den Spuren von Andrea Schneiders EU-Besuch im November 2009 zu folgen.

Sie war damals sehr beeindruckt und ihre Erzählungen haben uns neugierig gemacht. Andrea Schneiders Gedanken nach ihrer Reise können übrigens auch in ihrem Blog „EU Anschauen, Zuhören und Angreifen“ nachgelesen werden.

Während die meisten Prima Mitarbeiterinnen noch nie in Brüssel waren, kannte ich die Stadt bereits von mehreren Geschäftsbesuchen. Allerdings hatte ich noch nie die Gelegenheit gehabt, die EU Repräsentanzen zu besichtigen. Wir nahmen den Frühflug am Sonntag, aber das war schon die einzige Parallele zu meinen früheren Besuchen. Brüssel zeigte sich von seiner verschlafenen Seite, als wir vormittags über den Grand Place schlenderten und uns durch die Schokoladegeschäfte kosteten. Wenn man es wie wir ernst meint und wirklich möglichst alle bekannten Hersteller aufsuchen möchte, hat man einiges zu tun. Unser Brüsselbuch empfahl uns Leonidas, Godiva, Galler, Wittamer, Mary, Corne und Marcolini. Meine persönliche Favoritenliste führt nach den Geschmackstests übrigens klar Marcolini an.

Danach gönnten wir uns einen Aperitif in einer Champagnothèque – sehr empfehlenswert, nicht nur vom exzellenten Geschmack des Champagners her als auch wegen der Atmosphäre des Lokals.

Die Busrundfahrt am Nachmittag vermittelte uns einen guten Eindruck über die Vielfältigkeit der Stadt. Kannte ich bisher nur die typischen „Taxi-Einflugsschneisen“, so konnte ich diesmal in Ruhe die Stadtteile an mir vorbeiziehen lassen.Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig der typische Dienstreisende vom wahren Leben einer Stadt mitbekommt.

Beim Abendessen bestellten wir einige der für Brüssel typischen Biere, Kriek mit Fruchtgeschmack oder auch das leicht säuerliche Gueze. Das gehört bei einem Brüsselbesuch einfach dazu. Als Nichtbiertrinker und Weinliebhaber muss ich trotzdem zugeben, dass diese Getränke zwar interessant schmecken, aber mein Herz nicht erobern konnten.

Den Montag widmeten wir der Fortbildung rund um das Thema EU. Wir besuchten das Europäische Parlament und die Ständige Vertretung Österreichs sowie die Außenstelle der österreichischen Notariatskammer in Brüssel.

 

Ich muss Andrea Schneider rechtgeben. Es wird sicher noch lange dauern, bis die EU als Zentrale für ein vereintes Europa wirklich effizient funktioniert. Es ist eine Reise, aber man spürt in Brüssel stärker als bei uns die Vision, die hinter dem mühsamen Tagesgeschäft steht.

Brüssel ist jedenfalls eine Reise wert. Zum einen, weil es in dieser Stadt einiges zu sehen und schmecken gibt. Zum anderen, um sich selbst ein Bild von der EU zu machen. Wen es interessiert – wir geben gerne Prima Tipps!

 

Monday, 22. February 2010

PrimaLesen

PR ist die bessere Werbung!

Beitrag von Kathrin Kränkl

  So lautet der provokante Titel eines Buchs von Al und Laura Ries, das ich zur Einstimmung in mein neues berufliches Aufgabengebiet gerade lese. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie haben schon beim bloßen Hören des Titels das Gefühl, jemand möchte Sie primitiv manipulieren.
Bei Ihnen kommt noch dazu, dass Sie diesen Satz ausgerechnet in einem Blog einer PR-Agentur lesen – Sie fragen sich vielleicht: Was soll das? Werbung für PR oder doch eher PR für PR, weil PR ja die bessere Werbung ist?

Ich empfehle Ihnen das Buch trotzdem. Es ist dank seines einfachen Schreibstils leicht und amüsant zu lesen und somit eine nette Abwechslung zur üblichen Managementliteratur. Aber das ist natürlich nicht der einzige Grund meiner Empfehlung. Es sind die Gedanken, die es interessant und lesenswert machen, auch wenn man den Autoren sicher nicht immer zustimmen wird.
Ein Beispiel: Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum es noch immer zeitgenössische Malerei gibt, obwohl ihr ursprünglicher Zweck durch die Erfindung der Fotografie weggefallen ist?  Heute braucht niemand mehr Maler, um der Nachwelt das Aussehen von Menschen oder Landschaften zu erhalten. Die These von Al Ries lautet, dass Malerei deshalb noch existiert, weil sie zur Kunstform geworden ist. Man erkenne den Wandel einer Disziplin zur Kunstform daran, dass ihr Preis überproportional zum Zweck und damit auch zum eigentlichen Wert steigt. Andere Beispiele für seine Theorie seien die Kerze, der Kamin, das Segelschiff und eben…die Werbung. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Sonst müssten Sie das Buch ja nicht mehr lesen, um sich Ihre eigene Meinung dazu bilden zu können, ob PR heute die bessere Werbung ist!

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