Tuesday, 25. May 2010

PrimaLesen

Spannung für trübe Tage

Beitrag von Ricki Strick

 Sollten die nächsten Wochen kühl und regnerisch bleiben,
ist Lesen mein Rezept gegen Trübsal blasen. Bücher helfen, und wer Krimis mag, dem empfehle ich „Der Feind im Schatten“, den neuesten und gleichzeitig letzten Fall von Kurt Wallander. Im finalen Band schickt der schwedische Autor Henning Mankell seinen berühmten Kriminalkommissar in den Ruhestand. Die Stimmung ist düster, die Handlung spannend. Sie führt zurück in den Kalten Krieg und in Schwedens Nachkriegsgeschichte. Mehr als je zuvor ist Wallander vom Verbrechen persönlich betrofffen: Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die Familie seines Schwiegersohns.

Alle, die sich wie ich keinen der bisher erschienenen neun Wallander-Krimis entgehen haben lassen, werden diesen letzten Band nicht missen wollen. Für all jene, die mit der Figur des Kurt Wallander noch nicht vertraut sind, wäre es sinnvoll, mit einem Vorläufer zu beginnen. Meine Begeisterung begann mit „Mittsommermord“. Vielleicht macht dieser Band Lust auf mehr.
Ein Genuss, nicht nur bei Schlechtwetter.

„Der Feind im Schatten“ von Henning Mankell,
erschienen im Zsolnay Verlag, 592 Seiten, 26 Euro

Monday, 22. February 2010

PrimaLesen

PR ist die bessere Werbung!

Beitrag von Kathrin Kränkl

  So lautet der provokante Titel eines Buchs von Al und Laura Ries, das ich zur Einstimmung in mein neues berufliches Aufgabengebiet gerade lese. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie haben schon beim bloßen Hören des Titels das Gefühl, jemand möchte Sie primitiv manipulieren.
Bei Ihnen kommt noch dazu, dass Sie diesen Satz ausgerechnet in einem Blog einer PR-Agentur lesen – Sie fragen sich vielleicht: Was soll das? Werbung für PR oder doch eher PR für PR, weil PR ja die bessere Werbung ist?

Ich empfehle Ihnen das Buch trotzdem. Es ist dank seines einfachen Schreibstils leicht und amüsant zu lesen und somit eine nette Abwechslung zur üblichen Managementliteratur. Aber das ist natürlich nicht der einzige Grund meiner Empfehlung. Es sind die Gedanken, die es interessant und lesenswert machen, auch wenn man den Autoren sicher nicht immer zustimmen wird.
Ein Beispiel: Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum es noch immer zeitgenössische Malerei gibt, obwohl ihr ursprünglicher Zweck durch die Erfindung der Fotografie weggefallen ist?  Heute braucht niemand mehr Maler, um der Nachwelt das Aussehen von Menschen oder Landschaften zu erhalten. Die These von Al Ries lautet, dass Malerei deshalb noch existiert, weil sie zur Kunstform geworden ist. Man erkenne den Wandel einer Disziplin zur Kunstform daran, dass ihr Preis überproportional zum Zweck und damit auch zum eigentlichen Wert steigt. Andere Beispiele für seine Theorie seien die Kerze, der Kamin, das Segelschiff und eben…die Werbung. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Sonst müssten Sie das Buch ja nicht mehr lesen, um sich Ihre eigene Meinung dazu bilden zu können, ob PR heute die bessere Werbung ist!

Monday, 13. July 2009

PrimaLesen

Crazy Cases

Beitrag von Andrea Schneider

 Wenn drei junge Mädls ihre Eltern zu einem Weinfest begleiten, dann kann es mitunter langweilig werden. Nicht aber, wenn sie eine alte Schreibmaschine entdecken und die Erlaubnis bekommen, darauf herum zu tippen. Hanna (13 Jahre), Johanna (13 Jahre) und Nina (12 Jahre) haben beschlossen, am 3. Juli 2009 eine Tagezeitung zu schreiben und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Der Titel Crazy Cases hält, was er verspricht. Hier ein Auszug:

Unser erstes Thema handelt von Tieren. Ein harmloser Teddybär ist in einer Vollmondnacht plötzlich zum Leben erwacht und raubt nun in Salzburg teure Schmuckgeschäfte aus. Sollten sie sich also gerade in Salzburg befinden, so begeben sie sich so schnell wie möglich in ein Caféhaus und beschützen sie ihre Omas, denn diese raubt er besonders gerne aus.

Und unser nächstes Thema handelt von einer alten Dame, die einen vergifteten Nussschnaps getrunken hat. Man fand sie in einem dunklen Wald. Ein schwarzer Hund lag neben ihr und knurrte, als die Polizei kam. Die Frau war tot. Der Hund war betrunken und hatte 2,3 Promille Alkohol im Blut. Plötzlich jaulte der Hund auf und die Frau erwachte. Sie rannten beide davon und man hat die beiden nie mehr gesehen.

Und nun geht es mit etwas sehr Schleimigem weiter. Aliens haben Fussiland besiedelt...

 

 

 

Die drei hatten großen Spaß. Die Erwachsenen amüsierten sich über die Geschichten. Meine Oldtimer-Schreibmaschine bewegt sich allerdings nicht mehr. Dies ist keine Geschichte. Es stimmt und ich suche jemanden, der mir die Schreibmaschine repariert.

 

Monday, 9. March 2009

PrimaLesen

Das E-Book kommt: das neue Lesezeitalter bricht an

Beitrag von Ricki Strick

 Romane Lesen am PC, Lyrik am E-Book-Reader? Es scheint, für Leser beginnt ein neues Zeitalter. Die deutsche Buchbranche steigt auf ihrer Online-Plattform Libreka in den E-Book-Verkauf ein. Ab 12. März 2009 sollen dort rund 100.000 deutschsprachige Titel zu kaufen sein. Ziel ist es, in drei bis fünf Jahren alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher - 500.000 bis 700.000 Titel - anzubieten. Auch in Österreich werden seit kurzem elektronische Bücher angeboten.
E-Books sind billiger als gedruckte Bücher. Die Literatur aus dem Online-Verkauf kann auf den Rechner oder gängige E-Book-Lesegeräte heruntergeladen werden. Über den typischen E-Book-Nutzer weiß man allerdings noch relativ wenig. Die Betreiber gehen aber davon aus, dass die digitale Literatur von älteren Menschen mit Sehschwäche ebenso gerne genutzt wird wie von Studenten oder mobilen Viellesern.
Kann elektronisches Lesen denselben Genuss bieten wie das Schmökern im klassischen Buch? Erlaubt diese Art des Lesens dasselbe Versinken in eine Geschichte? Wo bleibt die Freude, seine persönliche Bibliothek mit ausgewählten Büchern und schönen Ausgaben wachsen zu sehen? Das E-Book beweist mir einmal mehr, dass online und print einander nicht ausschließen, sondern bestenfalls ergänzen.

Tuesday, 24. June 2008

PrimaLesen

Die Zeitungsleser von morgen

Beitrag von Ricki Strick

 Wie sieht die Zeitung von morgen aus? Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Zeitungen, oder kommen uns die Leser abhanden? Fragen wie diese beschäftigen Blattmacher und Verleger schon seit Jahren in gleicher Weise wie PR-Fachleute. Konkrete Antworten gibt es keine, Theorien viele. Faktum ist: TV, Internet und Handy finden immer früher Einzug in die Kinderzimmer von heute. Zeitungen sind bei den Jungen eher nicht populär.

Gerade deshalb finde ich ein Projekt der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ bemerkenswert: 12 Wochen lang gibt es als „Sommervergnügen“ die KinderZeit mit „Politik, Kultur und anderen Rätseln für junge Leser“. Die Doppelseite hebt sich erfrischend von den bekannten Kinderseiten anderer Zeitungen ab. Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht. Es finden sich lustige, spannende Themen, die einen Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen haben, Geschichten zum selber Lesen in größerer Schrift für Schulkinder und eine Fortsetzungsgeschichte zum Vorlesen für die Kleinen. Mehr dazu auf www.zeit.de/kinderzeit.
Projekte wie diese sind für mich der richtige Versuch, jungen Menschen Zeitungslesen nahe zu bringen.

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